Stefan.Butteweg

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naturheilpraxis stefan butteweg
Kommst Du zu mir -> kommst Du zu DIR Jeder Mensch kommt mit unterschiedlichen Wünschen und Vorstellungen in meine Praxis.

Meine Arbeitsweise ist individuell auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt. Am Anfang jeder Behandlung steht eine umfangreiche Anamnese und Diagnose Ihrer aktuellen Befindlichkeit. Wir besprechen Ihre Wünsche und Ziele sowie deren mögliche
Umsetzung. Sie bestimmen in jeder Phase unserer Zusammenarbeit frei über
Frequenz und Häufigkeit unserer Treffen. Und dann machen wir uns auf den Weg…

Photos from Stefan.Butteweg's post 29/09/2026

Die Nachbarn surfen die Wellen.

Ich surfe... das Internet.

Dabei bin ich endlich wieder am Atlantik.

Hier in Portugal, an der Algarve.
Ich liebe diese wilde Küste, das Licht über der Costa Vicentina und den Geruch der Erde.
Nach sechs Jahren wieder hier anzukommen und genau diesen Duft einzuatmen, bringt mir etwas Wichtiges zurück.

Und trotzdem lag mein Blick in den vergangenen Tagen vor allem auf dem Bildschirm. Die Wellen mussten warten.
Zwischen Brevo, Stripe und lovable habe ich mich durch manches hindurchbewegt, das nicht nach Meer klingt, aber seinen Grund hatte.

Ich habe etwas vorbereitet, das mir wirklich am Herzen liegt:
Am 18. Oktober öffne ich meine Praxis in Dorsten für einen Demo-Tag von „the human touch“.

Wenn Du meine Arbeit bisher nur aus Worten kennst, kannst Du sie dann dort unmittelbar mit mir erleben.

Nicht nur erklärt bekommen, sondern wahrnehmen.

Spüren, was sich verändert, wenn weniger getan wird und mehr Präsenz da ist.

Ich freue mich auf persönliche Begegnung.
Auf Deine Fragen.
Auf einen Raum, in dem etwas erfahrbar wird, das sich nicht vollständig in Worte fassen lässt.

Dafür habe ich sogar den Atlantik ein bisschen warten lassen.

Jetzt ist die Reservierungsseite online.
Den Link findest Du im Kommentar.

Ab heute haben die Wellen mich wieder.

Und Du bist eingeladen.

9 Plätze exklusiv.

23/09/2026

Der Fluchtweg war die ganze Zeit da…

aber wir mussten wieder lernen, anders zu schauen.

Am Wochenende habe ich mit meinem beiden erwachsenen Söhnen endlich mal wieder einen Ausbruch gewagt.
Wir machen das von Zeit zu Zeit, weil wir gern miteinander sind und Herausforderungen zusammen bewältigen.

Ein Escape Room ist ein seltsamer Ort.
Du weißt, dass es einen Weg zum Ausgang gibt, und trotzdem stehst du erst einmal da und siehst ihn nicht.

Am Anfang sucht man oft an der falschen Stelle.

Im Escape Room greift man zuerst nach dem Offensichtlichen.
Man rüttelt an Dingen, zählt Sachen, probiert Kombinationen, rennt herum, macht viel; und merkt: Mehr Aktion bedeutet nicht automatisch mehr Lösung.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum mich dieses Erlebnis so an empfindsame Heilberufler:innen im Kassensystem erinnert.

Denn auch hier lautet die erste Antwort auf Enge und Druck oft:
Noch eine Fortbildung.
Noch effizienter werden.
Noch besser funktionieren.

Dabei braucht es nicht mehr Anstrengung, sondern eine andere Wahrnehmung.

Im Escape-Room ist es so:
Man kommt weiter, indem man Hinweise erkennt, Muster verbindet, Perspektiven wechselt und ruhig genug bleibt, um das Unsichtbare sichtbar werden zu lassen.

Im Escape Room gewinnt der Mensch, der innehält und sagt:
"Moment mal. Da stimmt etwas nicht.“
Der ein Muster erkennt, welches vorher niemand gesehen hat.

Und nach einiger Zeit erkennst Du: Es gibt eine innere Logik.

Auch der Ausbruch aus dem Kassensystem braucht nicht nur Mut, sondern Systemverständnis.

Nicht einfach: „Ich will hier raus", sondern:
/ Welche Abhängigkeiten gibt es?
/ Welche alternativen Geschäftsmodelle sind möglich?
/ Welche Zielgruppe versteht meinen Wert?
/ Welche Struktur gibt mir Sicherheit außerhalb des alten Rahmens?
/ Darf ich meiner Wahrnehmung vertrauen?
/ Bin ich noch „richtig“, wenn ich nicht mehr nach den Regeln arbeite, die ich einmal
gelernt habe?

Der Ausstieg ist also kein impulsives Weglaufen.
Er ist ein bewusstes Entschlüsseln.

Währenddessen tickt die Uhr.
Im Escape Room ist der Zeitdruck Teil des Spiels.
Im Kassensystem wird er zum Dauerzustand.

Manchmal merkt man erst, dass man in einem Raum gefangen ist,
wenn die eigene innere Uhr lauter tickt als die Uhr an der Wand.

Bis dann ganz bewußt etwas anderes wichtig wird.
Ein Code passt.
Ein Schloss klickt.
Eine Tür öffnet sich.
Der Ausstieg aus dem Kassensystem beginnt genau so.
Nicht mit dem großen dramatischen Befreiungsschlag.

Du darfst in Deinem Tempo starten:
Mit dem 18-Minuten-Video,
einem ersten klaren Nein,
einer ersten ehrlichen Positionierung,
ersten Kunden außerhalb des alten Systems,

Und der Erkenntnis: Ich brauche einen Rahmen, der zu meiner Wahrnehmung passt.

Mit einem ersten eigenen Angebot aus "the human touch".

Mit der Klarheit:
Ich muss die Regeln dieses Raums nicht länger mit meinen eigenen verwechseln.

17/09/2026

𝗘𝗿 𝘀𝗮𝗴𝘁𝗲 𝗷𝗲𝗱𝗲𝘀 𝗠𝗮𝗹 𝗱𝗮𝘀𝘀𝗲𝗹𝗯𝗲.
𝗨𝗻𝗱 𝗷𝗲𝗱𝗲𝘀 𝗠𝗮𝗹 𝗺𝗲𝗶𝗻𝘁𝗲 𝗲𝗿 𝗲𝘀 𝗲𝗿𝗻𝘀𝘁.

Nach jeder Behandlung sagte Bernd-Uwe zu mir:
„Ich fühl ́ mich so leicht, als hätte ich Flügel.
Ich könnte aus dem Fenster fliegen."

Und ich bat ihn jedesmal, doch lieber die Treppe zu benutzen.
Unser Running-Gag.

Er war früher Kunst- und Sonderpädagoge gewesen, ein Mensch mit viel Wärme und noch mehr Fröhlichkeit.
Die Demenz kam langsam.
Was blieb, war sein Lachen.

Dann noch eine Diagnose: Leberkrebs.
Annegret, seine Frau, brachte mir die Befunde mit.
Ich sah sie mir an und wusste sofort, was das bedeutete.

Wenig später fragte sie mich, ob ich mit meiner Gitarre in die Einrichtung kommen würde. Sie wusste, dass ich früher Straßenmusik gemacht habe.
Bernd-Uwe sang einmal die Woche mit den anderen Mitbewohner:innen, aber wir beide wussten, dass es bald nicht mehr so sein würde.

Ich packte die Gitarre ein.

Er freute sich riesig, als er mich sah. Wir hatten sofort Lieder, die wir beide kannten. Und dann saßen wir da, spielten, sangen und verbrachten einen musikalischen Nachmittag miteinander, an den ich mich immer noch intensiv erinnere.

Es war kein großes Ereignis, kein Pathos, keine Inszenierung. Es war einfach ein Mensch, der noch da war, und ein anderer, der ihm noch einmal wirklich begegnete.

Manche würden sagen, das sei nicht professionell.
Zu nah, vielleicht sogar grenzüberschreitend.

Ich bin mir der Grenzen in meiner Arbeit sehr bewusst.
Und ich halte sie ein, weil Grenzen schützen und Orientierung geben.
Aber es gibt seltene Momente, in denen nicht die Regel das Menschliche schützen muß, sondern das Menschliche die Regel beiseite lassen darf.
Für mich war das so ein Moment.

Wenige Wochen später stand ich im Friedwald. November.
Regen, nasse Schuhe, zu dünne Kleidung.
Und gleichzeitig etwas Warmes in mir, weil ich wusste:
Ich war wichtige Schritte auf dem Weg dieses Menschen mitgegangen.

Authentisch, achtsam und professionell.
Eine der wahrhaftigsten Formen von Begegnung und Begleitung in den letzten 40 Jahren.

Gibt es in deiner Arbeit Momente, in denen das Menschliche die professionelle Grenze nicht verletzt, sondern erst vollständig macht?

(Foto mit KI)

14/09/2026

𝗚𝘂𝘁𝗲𝘀 𝘁𝘂𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗽𝗹𝗲𝗶𝘁𝗲 𝘀𝗲𝗶𝗻?
𝗗𝗮𝘀 𝗶𝘀𝘁 𝗴𝗲𝘀𝗲𝗹𝗹𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗮𝗻𝗲𝗿𝗸𝗮𝗻𝗻𝘁.

Aber das war nie mein Plan.

Eine Mail zu meinem Event am 18. Oktober in Dorsten erreichte fehlgeleitet einen Kollegen. Zu recht genervt, schrieb er mir, er finde es bemerkenswert, wie "geschäftstüchtig" ich sei. Wortwahl und Tonalität ließen keinen Zweifel: Er meinte es nicht als Kompliment.

Ich habe nachgedacht, was mich daran beschäftigt.

Seit ich 14 Jahre alt bin, sorge ich finanziell für mich selbst.
Seit 40 Jahren begleite ich Menschen und seit vielen Jahren gebe ich weiter, was ich in dieser Arbeit gelernt habe.

Und seit dem ersten Tag, an dem das einen beruflichen Charakter bekam, war mir klar: Wer langfristig für andere da sein will, muss auch gut für sich selbst sorgen können.
Das ist kein Widerspruch, sondern die Voraussetzung.
Ein Einkommen und ein Auskommen.

Auch im Kontext meines Wirkens in der Vorstandsarbeit eines Berufsverbands, habe ich das genauso vertreten: Wenn wir wollen, dass achtsame Körperarbeit sich in der Gesellschaft verankert, braucht diese Arbeit eine wirtschaftliche Grundlage, die es Menschen erlaubt, davon ernsthaft zu leben.
Nicht als Nebenverdienst oder Hobby mit Honorar, sondern als Beruf, der trägt.
Das gilt für alle, die verantwortungsvoll und präsent mit menschlichem Kontakt arbeiten.

Ein Therapeut, der sich selbst unter Wert verkauft, sendet ein Signal: An seine Klienten, an sein Umfeld, an sich selbst. Und dieses Signal untergräbt genau das, was er therapeutisch aufbauen kann: Würde, Präsenz, Augenhöhe.

Geschäftstüchtig und menschlich sind für mich keine Gegensätze, sie bedingen einander.

Was denkst Du: Warum fällt es gerade sensiblen Therapeut:innen so schwer, beides zusammenzudenken?

10/09/2026

Auch nach 80 Jahren noch: Alarm!

11 Uhr, mitten in einer Behandlung: Sirenen.

Was ich in diesem Moment beobachte, hat mich den Rest des Tages nicht losgelassen: Ein Körper, der innerhalb von Sekundenbruchteilen in einen Alarmzustand gerät, ohne dass der Verstand auch nur die Chance hat, einzugreifen. Die Augen richten sich auf einen Punkt, der nichts mehr mit diesem Donnerstag zu tun hat. Der Körper ist starr. Irgendwo anders.

Nach ein paar Minuten fallen dann wenige Worte: Bombenalarm. Einstürzende Häuser. Kein Ausweg aus dem Keller. Tiefflieger mit Maschinengewehren auf der Flucht. 80 Jahre später.

Das Nervensystem macht keinen Unterschied zwischen damals und heute. Es kennt keinen Kalender, nur Gefahr oder keine Gefahr. Und wenn ein Reiz einmal tief genug eingebrannt wurde, reicht ein Geräusch, um alles wieder da sein zu lassen, bevor irgendjemand erklären kann: Es ist nur ein Probealarm, heute ungefährlich.

Ich habe die Behandlung in Ruhe beendet, bis sich seelisch und körperlich wieder Gleichgewicht eingestellt hatte. Aber die Situation bechäftigt mich immer noch.

Ich denke an die Menschen dieser Generation, die um 11 Uhr nicht einfach einen Warntag erlebt haben. An Geflüchtete aus heutigen Kriegsgebieten, für die eine Sirene keine abstrakte Übung ist. An Kinder, die nicht wussten, was das bedeutet. An Tiere, für die Alarm schlicht Alarm ist.

Reize sind nicht "nur" Geräusche. Der Körper erinnert sich, und das ist keine Schwäche, sondern sensorische Verarbeitung in ihrer reinsten Form.

Wenn wir technisch in der Lage sind, Millionen Menschen in Sekunden zu warnen, warum bereiten wir sie nicht mit derselben Selbstverständlichkeit darauf vor?
Eine Ankündigung, gut verständlich, mehrsprachig, am Vortag.
Das erscheint mir weder kompliziert, noch zu viel verlangt.

Natürlich kann auch das nicht verhindern, dass ein Geräusch Erinnerungen oder körperliche Reaktionen auslöst.
Aber vielleicht könnte es einigen Menschen helfen, nicht vollkommen unvorbereitet davon getroffen zu werden.

Der nächste bundesweite Warntag ist am 9. September 2027.

Ich wünsche allen, denen heute ein Schreck in die Glieder gefahren ist, eine ruhige Nacht.

(Bild mit KI)

08/09/2026

𝗪𝗮𝘀 𝗯𝗹𝗲𝗶𝗯𝘁 𝘃𝗼𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗕𝗲𝗿𝘂̈𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴,

wenn Jahre vergangen sind?

Diese Frage hat mich am Wochenende lange beschäftigt.
Sie war einfach da, als ich anfing, alten Weggefährten aus meiner Shiatsu-Zeit zu schreiben.

Das klingt so:
"Es ist lange her, dass wir uns in Hamburg begegnet sind.
Manchmal fühlt es sich trotzdem so an, als wäre es erst „vorgestern“ gewesen.
Und während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie viele Bilder sofort wieder da sind: Menschen auf Futons.
Hände, die lernen, zuzuhören mitzufühlen und nachzuspüren.

Die erstaunliche Erfahrung, dass eine kleine Veränderung der eigenen Haltung, plötzlich auch die Qualität einer Berührung verändert.

Diese besondere Stimmung, die entstehen konnte, wenn jemand aufhörte, etwas nur „richtig machen“ zu wollen.

Und natürlich all die Fragen, die im Unterricht auftauchten.

Diese Zeit hat mich geprägt - und eine dieser Fragen hat mich bis heute nicht losgelassen:
Was genau macht eine Behandlung eigentlich wirksam?

Du erinnerst Dich noch daran, dass ich einen Kurs am mobilen Massagestuhl angeboten habe.
Für mich war der Stuhl nie einfach nur „eine andere Behandlungsposition“.

Mich faszinierte schon damals etwas anderes daran:
Wie schnell und leicht zwischen zwei Menschen ein tragfähiger Kontakt entstehen kann, manchmal innerhalb weniger Sekunden.
Momente, in denen spürbar ist:
Jetzt geschieht gerade etwas, das ich nicht „gemacht“ habe.

Aus all diesen Erfahrungen ist in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt „the human touch“ entstanden.
Etwas, das schon damals zwischen den Zeilen spürbar war.

Am Sonntag, den 18. Oktober 2026, lade ich 9 engagierte und neugierige Heilberufler:innen in meine Praxis nach Dorsten ein.

An diesem Tag zeige ich praktisch, worum es bei “the human touch“ geht.

Wir erkunden gemeinsam und direkt am mobilen Behandlungsstuhl, wie Berührung, Präsenz und Resonanz therapeutisches Wirken vertiefen und transformieren.
Und wir schauen auch darauf, welche spannenden beruflichen Möglichkeiten daraus entstehen können.

Du bis eingeladen.

Wenn Dich das anspricht, freue ich mich über Deine Antwort.
Und wenn Dir beim Lesen sofort jemand einfällt, für den diese Einladung auch stimmig sein könnte, dann gib diese Nachricht gern weiter."

𝗚𝗶𝗯𝘁 𝗲𝘀 𝗮𝘂𝗰𝗵 𝗯𝗲𝗶 𝗗𝗶𝗿 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀, 𝗱𝗮𝘀 𝗴𝗲𝗯𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗻 𝗶𝘀𝘁, 𝘃𝗼𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗕𝗲𝗿𝘂̈𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴, 𝗱𝗶𝗲 𝗗𝗶𝗰𝗵 𝘄𝗶𝗿𝗸𝗹𝗶𝗰𝗵 𝘁𝗶𝗲𝗳 𝗯𝗲𝘄𝗲𝗴𝘁 𝗵𝗮𝘁?

04/09/2026

Freitag, 11:55 Uhr.

Du rufst einmal laut: „Tschüss, schönes Wochenende!“
Und gehst aus der Tür.

Keine Spülmaschine wartet darauf, noch eben eingeräumt zu werden.
Du musst nicht nachsehen, ob der Staubsaugerroboter geladen und sein Behälter geleert ist.
Und auf dem Heimweg fällt Dir auch nicht ein, dass für Montag noch WC-Reiniger für die Putzfrau fehlt.

Du gehst einfach.
Nicht, weil Dir inzwischen alles egal ist.
Sondern weil es nicht mehr Deine Aufgabe ist.

Einfach: Keine Praxisräume.
Und wenn Du später zu Hause bist, wartet dort auch keine Abrechnung mit der Krankenkasse auf Dich.
Dein Arbeitstag endet tatsächlich mit Deiner Arbeit.
Du rufst: „Schönes Wochenende!“
und gehst aus der Tür des letzten Unternehmens für diese Woche.

Was dort in dieser Woche geschehen ist, ist längst erledigt. Am Monatsende bekommt das Unternehmen seine Rechnung. Du brauchst dafür keine einzige Verordnung zu prüfen, keine Zertifikate nachzuweisen und keinen Praxisbetrieb am Laufen zu halten.

Und das Bemerkenswerte ist für mich nicht nur, dass der Freitagmittag frei ist.
Die Woche bis hierhin war schon stimmig.
Drei Einheiten am Morgen.
Drei am Nachmittag.
Am Freitag nur morgens.

Ein Arbeitsmodell mit 27 Stunden pro Woche, ohne eigene Praxisräume, ohne Personalverantwortung und ohne all das organisatorische Grundrauschen, das früher einen erstaunlich großen Teil meiner Energie gebunden hat.

Und ja: Auch wirtschaftlich ist das ein sehr tragfähiges Modell:
In jeder einzelnen Woche des Monats entsteht ein Umsatz von 4.500 Euro.

Aber wenn ich nur darüber sprechen woillen würde, wäre mir das zu wenig.
Denn der eigentliche Unterschied zeigt sich für mich nicht erst auf dem Konto.
Er zeigt sich nach jeder einzelnen Begegnung.
Da steht ein Mensch von meinem Stuhl auf, der für 18 Minuten aus seinem Arbeitstag herausgetreten ist.
Im Idealfall etwas leichter, etwas ruhiger und immer mit einem Lächeln, das überhaupt keine weitere Erklärung braucht.

Und gelegentlich sagt jemand einen Satz wie:
„Das waren die schönsten 18 Minuten im ganzen Monat.“

Genau das ist der Punkt.
Ich musste mich nicht zwischen einer Arbeit entscheiden, die wirtschaftlich funktioniert, und einer, die sich menschlich richtig anfühlt.
Ich habe beides zusammengebracht.

Und deshalb gehe ich am Freitag auch nicht erschöpft aus einer Woche, aus der ich mich erst am Wochenende wieder zusammensetzen muss.
Ich gehe mit dem Gefühl: Das war genug; das war gut.
Und jetzt ist Wochenende.

Diese Freiheit ist am Ende viel unspektakulärer, als wir denken.

Es ist einfach dieser Moment am Freitagmittag, an dem Du „Tschüss!“ rufst, aus einer Tür gehst und nichts von Deinem Arbeitstag mitnehmen musst.

Außer dem guten Gefühl, dass es eine stimmige Woche war.

03/09/2026

Der Preis des Funktionierens

Ein Burnout-Lehrstück.

Auf manches, was wir beruflich für Stärke halten, sollten wir gar nicht stolz sein.

Wenn Du über viele Jahre eine Praxis führst, lernst Du eine Menge Dinge, die mit dem Beruf, für den Du Dich einmal entschieden hast, zunächst mal wenig zu tun haben.

Du weißt, dass der Tag irgendwie weitergeht, auch wenn jemand krank wird.
Du lernst, zwischen zwei Behandlungen noch schnell etwas zu organisieren, Rückrufe einzuschieben, Verordnungen zu klären, Termine zu verschieben und Probleme zu lösen, von denen der Mensch, der fünf Minuten später vor Dir liegt, möglichst nichts merken soll.

Und Du lernst vor allem eines: Dich selbst für eine Weile beiseite zu stellen.
Das funktioniert erstaunlich gut.
Oft viel zu gut.

Denn natürlich kannst Du auch dann noch behandeln.
Du kannst einen Befund erheben, Techniken ausführen, freundlich sein, zuhören und am Ende die Tür hinter einem zufriedenen Patienten schließen.

Niemand muss merken, dass von Dir selbst an diesem Tag vielleicht nur noch siebzig Prozent im Raum waren.
Oder fünfzig, vierzig; manchmal vermutlich weniger.

Ich habe das lange für Professionalität gehalten.

Heute sehe ich das differenzierter:
Berufliche Reife meint gar nicht, irgendwann alles tragen zu können.

Sie besteht auch darin, zu entscheiden, wann Du etwas nicht mehr tragen möchtest.

Weil Du inzwischen genau weißt, wo Freude und Leichtigkeit zu spüren sind.

Und Du genau sehen kannst, wie daraus Schritt für Schritt ein wirtschaftlich mehr als tragfähiges Berufsmodell geworden ist.

Am 18.10.2026 treffen wir uns in Dorsten.

Ich zeige Dir dort nicht, wie Du noch effizienter funktionierst.

Uns interessiert dann genau das Gegenteil:
Wie kann sich ein professionelles Wirken anfühlen, welches nicht jeden Tag gegen Deinen Arbeitsalltag verteidigt werden muss?

Du bist eingeladen.

(Bild mit KI)

02/09/2026

Schulterblick?

Hast Du schon mal bemerkt, daß das Kassensystem möglicherweise nicht mehr nur bestimmt, wie Du arbeitest? Es bestimmt auch, was Du überhaupt noch siehst und spürst...

Du kannst so gut darin werden, etwas wiederzuerkennen, dass Du aufhörst, wirklich hinzusehen. Das Kassensystem verstärkt genau das.

Ich habe viele Kolleg:innen erlebt, die unglaublich viel können und jeden Tag versuchen, unter Bedingungen gute Arbeit zu leisten, die ihnen dafür erstaunlich wenig Raum lassen.

Wenn die Zeit läuft, der nächste Mensch bereits wartet, die Verordnung einen Rahmen vorgibt und Du weißt, dass nach dieser Behandlung noch sechs, acht oder zehn weitere kommen, verändert sich etwas.

Du lernst, schnell zu erfassen, Du lernst, zu sortieren.
Und irgendwann ist diese Schnelligkeit so selbstverständlich geworden, dass Du gar nicht mehr bemerkst, wie viel von einem Menschen dabei aus Deinem Blickfeld geraten ist.

Wenn heute jemand vor mir auf dem Stuhl sitzt, interessiert mich natürlich noch immer, was seine Schulter macht.

Aber mich interessiert genauso, wie dieser Mensch seine Schulter macht.
Das ist ein Unterschied.

Ob da jemand sitzt, der seit Monaten Schmerzen hat, oder jemand, der seit Jahren die Zähne zusammenbeißt, kann äußerlich ziemlich ähnlich aussehen.

Ob ein Nacken fest ist, weil jemand gestern zwölf Stunden vor dem Rechner saß, oder weil dieser Mensch schon seit Monaten versucht, eine Situation auszuhalten, in der er eigentlich längst „Nein“ sagen möchte, steht auf keiner Verordnung.

Und natürlich maße ich mir nicht an, das alles zu wissen; darum geht es nicht.

Es geht darum, einen Menschen nicht zu schnell zu Ende zu erklären.

Das ist eine der wichtigsten Veränderungen in meinem Wirken gewesen:
Ich muss nicht mehr in den ersten Minuten beweisen, dass ich verstanden habe, was mit Dir los ist.

Ich darf erst einmal neugierig bleiben.
Ich darf meine Hände benutzen, ohne schon vorher zu wissen, was sie finden sollen.
Und ich darf einen Körper etwas erzählen lassen, bevor ich reagiere.

Ein System, das von Dir verlangt, immer schneller zu erkennen, zu entscheiden und zu handeln, trainiert Dir diese Form von Offenheit gründlich ab.
Nicht absichtlich; einfach durch Wiederholung.

Deshalb fühle ich mich mit meiner Arbeit in den Unternehmen so wohl.
Jedes Begegnung beginnt neu.
Nicht mit der Frage: "Was hat er/sie?"
Sondern mit: "Welcher Mensch sitzt da gerade vor mir?

Ich glaube inzwischen, dass berufliche Erfahrung genau dort interessant wird, wo Du genug weißt, um nicht mehr ständig beweisen zu müssen, dass Du etwas weißt.

Und so beginnt ein neuer beruflicher Weg gar nicht mit einer neuen Technik.

Er beginnt damit, dass Du Dir wieder erlaubst, anders zu schauen und zu spüren.

Am Sonntag, den 18.10.2026, begegnen wir uns in genau dieser Weise, in meiner Praxis in Dorsten.
Nicht theoretisch, sondern am Stuhl, am Menschen und an uns selbst.
Du bist eingeladen.

(Bild mit KI)

01/09/2026

3 waren schon da…
.und jeder von ihnen war einzigartig.

Herr M. kam herein, noch halb im Gespräch mit sich selbst, mit hochgezogenen Schultern und einem Blick, der schon weiter war als der Rest von ihm...

Frau B. setzte sich, legte ihren Kopf nach vorn auf das Polster und wurde schon in dem Moment still, als ihr Brustkorb an der Lehne ankam.

Und Herr G. aus der Geschäftsführung: Einer von jenen Menschen, die sich seit Jahren zusammenreißen und Du spürst, daß genau dieses innere Festhalten irgendwann nicht mehr nur im Nacken sitzt, sondern im ganzen Menschen.

Wenn Du lange genug im Kassensystem gearbeitet hast, gewöhnst Du Dir fast zwangsläufig einen Blick an, der Beschwerden in Befunde übersetzt.

Dann steht da nicht mehr zuerst ein Mensch vor Dir, sondern HWS, LWS, Schulter, Spannungskette, vegetatives Geschehen, Stressmuster, Schonhaltung.
Das ist fachlich nicht falsch.
Aber es ist eben auch nicht die ganze Wahrheit.

Ein Körper ist kein System, das nach einem festen Schema auf Druck, Zug oder Technik reagiert.
Er antwortet, weicht aus, schützt.
Er erinnert sich.
Und manchmal zeigt er Dir in wenigen Sekunden mehr Wahrheit als ein ganzes Anamnesegespräch.

Wenn Du das wirklich ernst nimmst, kannst Du nicht mehr so arbeiten, als ginge es nur darum, möglichst wirksam an möglichst vielen Stellen etwas zu machen.

Darum geht es für mich bei diesen 18 Minuten auch um Präsenz und Gegenwärtigkeit.

Darum, einem Menschen so zu begegnen, dass sein Körper nicht noch mehr leisten, aushalten oder kompensieren muss.

Es ist die Qualität, mit der Du ihm begegnest.
Es ist der Moment, in dem Du erst einmal wahrnimmst, was da ist.
Für viele Menschen ist genau das ungewohnt.
Für manche fast irritierend, weil sie annehmen, dass an ihnen gearbeitet wird.
Nicht, dass ihnen begegnet wird.

Zeit ist nicht der Schlüssel.

Klar. Man kann darüber diskutieren, ob 18 Minuten reichen.
Ich meine: Die entscheidende Frage ist nicht, wie lang etwas dauert.
Die entscheidende Frage ist, ob in dieser Zeit überhaupt etwas Wirkliches geschieht.

Ich habe unzählige längere Behandlungen erlebt, in denen viel gemacht wurde und wenig angekommen ist.
Und ich habe oft genug gespürt, wie in kurzer Zeit etwas weich wird, weil endlich einmal nicht gegen den Körper gearbeitet wurde.

Der Körper ist kein Gegner, den man überlisten muss.

Der Körper ist keine Maschine, und er will auch nicht wie eine behandelt werden.

Er möchte wahrgenommen und gesehen werden.
Direkt und menschlich.

Wenn das geschieht, verändert sich die Art und Weise, wie jemand vom Stuhl aufsteht.
Und es verändert sich die Art, wie Du Dich selbst in Deinem Beruf siehst und spürst.

Wir erkunden das zusammen:
So., 18.10.26 live in Dorsten.
Du bist eingeladen.

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Adresse


UrsulaStr. 4
Dorsten
46282